Goldfische - gold und olivbraun

Der Goldfisch ist der Fischwissen-Fisch 2024

16.01.2024

Die Fachstelle Fischwissen kürt 2024 den Goldfisch als «Fischwissen-Fisch des Jahres». Der Goldfisch ist ein beliebter und schmucker Bewohner von Aquarien und Teichen. Doch ist die Art weit mehr als nur Zierde: Sie ist schlau, lernfähig, empfindsam.

Goldfische sind Süsswasserfische und stammen ursprünglich aus China. Von hier aus haben sie nicht nur sehr erfolgreich die Heimaquarien erobert, sondern auch – da sie äusserst anpassungsfähig sind – weltweit viele Gewässer besiedelt. Als gesellige Fische gehen sie gemeinsam auf Futtersuche und wühlen dabei im Boden nach kleinen Krebsen, Insektenlarven und pflanzlichen Überresten. Sie können bis zu 50 Zentimeter gross und über ein Kilo schwer werden. In Aquarien können sie ein Alter von 30 Jahren erreichen.

Die lange Zuchtgeschichte der Goldfische beginnt vor ca. 2000 Jahren in China. Mittlerweile ist aus der natürlicherweise silber-grau bis olivgrün gefärbten Art durch die Zucht eine grosse Vielfalt an Farben und Formen hervorgegangen. Allerdings ist dabei der Körperbau teilweise derart verändert worden, dass das Verhalten und die Lebensqualität der Fische stark eingeschränkt sind, so dass man von Qualzucht sprechen muss.

Artenportrait mit weiteren Angaben zur Biologie und Anregungen zur Haltung.
 

Goldfisch Wildtyp mit olivfarbener Körperfärbung

Goldfische stammen aus China. Ursprünglich ist diese Art silber-grau bis olivgrün gefärbt.

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Goldfisch close up

Beim wilden Vorfahren des Goldfisches traten hin und wieder orangerote Exemplare auf, die für die Zucht ausgewählt wurden.

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Goldfische sind gesellig

Goldfische sind gesellige Tiere. Sie sollten immer in Gruppen gehalten werden.

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Qualzucht eines Goldfischs

Leider gibt es bei Goldfischen extreme Zuchtformen. Diese Tiere sind in ihrem Verhalten stark beeinträchtigt. Solche Zuchtformen sollte man auf keinen Fall kaufen.

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Zusammenfassung von Studien mit Goldfischen in der Bibliothek

Goldfische haben hohe kognitive Fähigkeiten: Sie sind sehr lernfähig, haben ein gutes Gedächtnis und können komplexe Aufgaben lösen. Auch in der Schmerzforschung wurden Goldfische eingesetzt.

Fahrende Goldfische

Diese Studie zeigt, dass Fische sehr flexibel im Verhalten sind und lernen, mit neuen Herausforderungen erfolgreich umzugehen (Givon et al. 2022).

Übersicht zur Schmerzforschung bei Fischen

In diesem Review fasst Lynne Sneddon die bisherigen Erkenntnisse zur Schmerzforschung zusammen (Sneddon 2019).

Wasserströmung: Neues Mass für Motivation

In einem kombinierten Wahl-Motivationstest mit Goldfischen (Carassius auratus) zeigte sich, dass die Goldfische bepflanzte Bereiche bevorzugen. Allerdings war es ihnen egal, ob die Pflanzen echt oder künstlich waren. Um die die Motivation der Fische zu messen, zeigte sich die Wasserströmung als geeignetes Mass. Ein vielversprechender Ansatz, um die Bedürfnisse von Fischen zu erforschen (Sullivan et al, 2015).

Goldfische würden feinen Sand kaufen

Das Bodensubstrat spielt bei vielen Fischenarten oft eine wichtige Rolle bei der Futtersuche. Will man natürliches Verhalten bei Goldfischen im Aquarium fördern, braucht es einen sandigen Untergrund. Diesen können die Goldfische mit dem Maul aufnehmen und nach Futterpartikeln filtern (Smith & Gray, 2011).

Gute Sicht entlarvt den Feind

Strukturen im Lebensraum der Fische erfüllen unterschiedliche Funktionen, können aber auch zu Hindernissen werden. Goldfische (Carassius auratus) meiden die Nähe von Strukturen, die ihnen die Sicht auf Feinde verstellen (Ingrum et al, 2010).

Lebensbedingungen gut, Entwicklung gut

Ungünstige Haltungsbedingungen können Stress bedeuten und sich negativ auf die körperliche Entwicklung von Fischen auswirken. In einem Vergleich wiesen Goldfische und Karpfen aus Teichhaltung abweichende Körpermerkmale und mehr Parasiten auf als ihr Artenossen aus natürlicher Umgebung (Almeida et al, 2008).

Sicherheit durch Dunkelheit

In einer Testanordnung mit hellen und dunklen Bereichen, zeigen Goldfische (Carassius auratus) eine klare Bevorzugung der dunkleren Bereiche (Gouveia et al, 2005).