Neonsalmler in einem Aquarium

Fischhaltung braucht viele Kenntnisse über Tiere

Seit Jahrhunderten halten Menschen Fische in Teichen oder Aquarien. Der enorme Farben- und Formenreichtum der Fische ist faszinierend und reizvoll. Diese Attraktivität hat dazu geführt, dass immer mehr Leute Aquarienfische halten.

Fische sind in der Schweiz anzahlmässig die häufigsten Heimtiere, noch vor Katzen und Hunden. Aquarien werden auch gerne als Verschönerungselement verwendet, so in Cafés, Coiffeursalons oder Wartezimmern. Institutionen wie beispielsweise Altersheime wissen den beruhigenden Effekt der Unterwasserwelten zu schätzen. Wichtig ist bei allen Haltungen, dass das Wohl der Tiere im Zentrum steht.

Populäres Hobby

Weltweit leben Milliarden, in der Schweiz Millionen von Aquarienfischen in Heim-Aquarien. Unter denjenigen, die Fische halten, gibt es begeisterte Aquarianer:innen, die ihr Hobby mit viel Aufwand betreiben. Viele davon sind in Aquarienvereinen organisiert, aber nur wenige züchten auch. Die meisten in der Schweiz gehaltenen Aquarienfische werden aus Asien, Südamerika und Osteuropa importiert, was für die Fische lange, belastende Transporte bedeutet. Wie bei allen Heimtierhaltungen muss man sich vor der Anschaffung der Tiere gründlich über die Voraussetzungen einer Aquarienhaltung und die Bedürfnisse von Fischen informieren.

Fische als Heimtiere

Anzahl Heimtiere in Schweizer Haushalten im Jahr 2020. (Quelle: Verband für Heimtiernahrung)

Wilder Hausgenosse

Als erste domestizierte Fischarten gelten der Gemeine Karpfen (Cyprinus carpio) und der Goldfisch (Carassius auratus). Viele Arten werden hingegen erst seit neuerer Zeit gezüchtet und weichen im Verhalten und ihrem Äusseren noch wenig von ihrer wilden Stammform ab. Aufgrund von gezielter Selektion wurde wie bei anderen Heimtieren auch bei einzelnen Fischarten bestimmte Verhalten wie gute Brutpflege, verminderte Aggressivität oder bestimmte Körpermerkmale gefördert.

Durch züchterische Tätigkeiten sind viele Varietäten entstanden, leider auch Qualzuchten. Die meisten der rund 2000 als Aquarienfische gehaltenen Arten sind Süsswasserfische. Salzwasserfische werden seltener gehalten, da ihre Haltung ungleich aufwändiger und schwieriger ist.

Verantwortungsvolle Aufgabe

Die Haltung von Aquarienfischen (Aquaristik) ist ein anspruchsvolles Hobby und braucht viel Tier- und Fachkenntnisse. Die Bedingungen, die Fische für ein artgerechtes Leben brauchen, werden von der Biologie der Fische bestimmt. Aquarienfische haben ein vielfältiges Verhalten und stammen aus sehr unterschiedlichen Lebensräumen. Das muss in der Aquarienhaltung berücksichtig werden. Es ist also wichtig, sich mit den Eigenarten der Fische zu beschäftigen.

 Das Aquarium ist ein Lebensraum

Ein Aquarium ist kein Deko-Element in der Stube, sondern der Lebensraum der Fische. Und dieser muss entsprechend der darin gehaltenen Fischarten gepflegt und gestaltet werden (siehe Artgerechte Aquarienfischhaltung). Sind die Haltungsbedingungen ungenügend, kann sich das negativ auf das Wohlbefinden der Fische auswirken (siehe Haltungsprobleme). Der Mensch beeinflusst das Leben von Aquarienfischen in vielfältiger Weise, von der Zucht, über den Transport bis zur Haltung im Aquarium. Wir sind verantwortlich dafür, dass es den Tieren in unserer Obhut gut geht. Dies verlangt auch das Tierschutzgesetz (siehe Rechtliches).

Salzwassser-Aquarium in einem Flughafen

Häufig werden Aquarien als Dekoration in öffentlichen Räumen aufgestellt.

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Weitere Informationen

Fischtierheime

Erfahrene Aquarianer/innen können Aquarienfische in einem Fischtierheim holen. Hier warten viele Fische auf ein neues Zuhause.

Fischauffangstation AquaLuz

Fischauffangstation Aquaterra-Herz

Tierschutz bei Speisefischen

fair-fish liefert alle relevanten Informationen in Zusammenhang mit Tierschutz beim Fischfang und bei der Zucht und Mast von Speisefischen. fair-fish betreibt zudem die fair-fish database. Die umfangreiche Datenbank stellt ethologisches Wissen über Fischarten, die in Aquakulturen gehalten werden, für die Praxis zur Verfügung.

Literatur

Jones, M., Alexander, M. E., Snellgrove, D., Smith, P., Bramhall, S., Carey, P., et al. (2021). How should we monitor welfare in the ornamental fish trade?. Reviews In Aquaculture. (abstract)
Huntingford, F. A., Adams, C., Braithwaite, V. A., Kadri, S., Pottinger, G., Sandoe, P., & Turnbull, J. F. (2006). Current issues in fish welfare. Journal Of Fish Biology, 68, 332-372. (abstract)
Wöhr, A. C., Hildebrand, H., Unshelm, J., & Erhard, M. H. (2005). Aspects of animal welfare and species protection in the international trade of ornamental fish and air transport to Germany. Berliner Und Munchener Tierarztliche Wochenschrift, 118, 177-185. de https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/15918482/(abstract)
Balon, E. K. (2004). About the oldest domesticates among fishes. Journal Of Fish Biology, 65, 1-27. (abstract)
Casamitjana, J. (2004). Aquatic Zoos. A Critical Study of UK Public Aquaria in the Year 2004. The Captive Animals’ Protection Society.
Weber, C. (2001). Zur Einfuhr von Zierfischen in die Schweiz (On imports of ornamental fish to Switzerland). In Bundesamt für Veterinärwesen BVET (S. 54 pp).