Aquarium - Unterwasserwelt

Strukturen im Aquarium senken Stressrisiken

Dauerstress ist schädlich. Die Anreicherung von Standard-Aquarien in der Laborhaltung kann eine Methode sein, die schädlichen Auswirkungen zu mildern oder gar zu verhindern (Marcon et al. , 2018).

In dieser Studie wurde untersucht, wie sich eine Anreicherung der üblichen Aquarien im Labor mit Kies, künstlichen Pflanzen und Plastikobjekten auf das Verhalten und die Stressreaktion bei Zebrafischen (Danio rerio) auswirkt. Als Verhaltensparameter wurde die Angstreaktion im Novel-Tank-Test und als Stressparameter wurden das Hormon Cortisol und Sauerstoffradikale (ROS) untersucht, die unter Stressbedingungen vom Organismus ausgeschüttet werden. Der Anstieg von ROS kann Gewebeschäden und oxidativen Stress zur Folge haben. Die Zebrafische aus angereicherten und nicht angereicherten Aquarien wurden während sieben Tagen sieben verschiedenen Stressoren (immer zwei pro Tag) und anschliessend dem Angsttest ausgesetzt.

Unter der nicht angereicherten Bedingung war bei den gestressten Fischen die Angstreaktion stärker und die Spiegel von Cortisol und ROS signifikant höher als bei den nicht gestressten Fischen. Bei den Fischen aus den angereicherten Bedingungen verschwand dieser Unterschied, beim Cortisol wurde nur ein geringer Anstieg und beim ROS kein Anstieg beobachtet. Die Autoren vermuten, dass die angereicherte Umgebung einen modulierenden Einfluss auf neurologische Prozesse ausübt und so die Fische weniger anfällig für andauernden Stress und dessen schädliche Folgen macht.

Literatur

Marcon, M., Mocelin, R., Benvenutti, R., Costa, T., Herrmann, A. P., de Oliveira, D. L., et al. (2018). Environmental enrichment modulates the response to chronic stress in zebrafish. Journal Of Experimental Biology, 221, 7. (abstract)