Aquarium - Unterwasserwelt

Bibliothek

Die Bibliothek umfasst deutsche Zusammenfassungen von ausgewählten Publikationen sowie Artikel von Fischwissen, Buchtipps und Broschüren. Diese liefern neue wissenschaftliche Erkenntnisse und Grundlagen zur artgerechten Fischhaltung und zum Fischwohl, insbesondere zu den kognitiven Fähigkeiten von Fischen.

Die Artikel sind nach Erscheinungsjahr (aktuellste zuoberst) aufgelistet.

Die Aggressivität zwischen weiblichen Zebrafischen kann durch das Anbringen von künstlichen Strukturen reduziert werden. Fehlen derartige Strukturen, sind die Weibchen, die viele Aggressionen erleiden, weniger fruchtbar (Carfagini et al., 2009).
Umweltbedingungen haben bei Guppys einen Einfluss auf die Entwicklung des Gehirns (Burns et al, 2009).
Besucher von öffentlichen Aquarien können für die Fische Stresssituationen verursachen, wenn sie beispielsweise an die Scheibe klopfen oder mit Blitz fotografieren (Leong et al, 2009).
Dreistachligen Stichlinge, Bischofskärpflinge und Regenbogenforellen reagieren unterschiedlich auf das Fangen mit Netz oder mit einem Behälter (Brydges et al, 2009).
Moçambique-Buntbarsche wählen Abteile mit Bodensubstrat und zeigen hier artypisches Verhalten im Zusammenhang mit der Fortpflanzung. Auch für rangniedere Tiere ist Substrat eine wichtige Ressource (Galhardo et al., 2009).
Bodensubstrat spielt eine wichtige Rolle im Sozialverhalten der Moçambique-Buntbarsche. Daher ist es für eine artgerechte Haltung unverzichtbar (Galhardo et al, 2008).
Ungünstige Haltungsbedingungen können Stress bedeuten und sich negativ auf die körperliche Entwicklung von Fischen auswirken. In einem Vergleich wiesen Goldfische und Karpfen aus Teichhaltung abweichende Körpermerkmale und mehr Parasiten auf als ihr Artenossen aus natürlicher Umgebung (Almeida et al, 2008).
Bedrohliche Situationen, denen Zebrafische nicht ausweichen können, verursachen Stress. Dauert der Zustand an, kommt es zu einer chronischen Stressreaktion und schliesslich zu einer Beeinträchtigung des Wohlbefindens (Barcellos et al, 2007).
In einem Wahlexperiment zeigten sowohl gezüchtete als auch wild gefangene Zebrafische eine Vorliebe für Kies als Substrat zum Ablaichen. Im Kies entwickelten sich die Eier zudem besser als im Schlamm. Die gezüchteten Zebrafische nutzten auch das Angebot aus Substrat kombiniert mit Pflanzen gerne (Spence et. al, 2007).
Verschiedene Studien zeigen, dass die Anreicherung der Umwelt positiv auf Tiere wirkt, auch auf Fische. Trotzdem bleibt die Frage, welche Anreicherung für welche Fischart geeignet ist (Wootton et al, 2006).
Laborfische werden oft unter sehr einschränkenden Bedingungen gehalten. Dies kann sich auf den physischen und psychischen Zustand der Fische auswirken (Ramsay et al, 2006).
Siamesische Kampffische werden meist einzeln gehalten. Eine solche Haltung wird ihren sozialen Bedürfnissen jedoch nicht gerecht. Denn sie haben durchaus einen Hang zur Geselligkeit (Snekser et al, 2006).
In einer Testanordnung mit hellen und dunklen Bereichen, zeigen Goldfische (Carassius auratus) eine klare Bevorzugung der dunkleren Bereiche (Gouveia et al, 2005).
Der Spiegel des Stresshormons Cortisol wird üblicherweise über das Blut bestimmt. Die ist allerdings eine invasive Methode. Mit der Bestimmung des Stresshormons Cortisol im Hälterungswasser gibt es nun eine wertvolle, weil nicht invasive Alternative (Ellis et al, 2004).
Behandelt man die Lippen von Regenbogenforellen mit Essigsäure, reagieren die so behandelten Forellen mit Verhaltensweisen, die vom normalen Verhalten abweichen. Sie reiben die behandelte Stelle am Boden und wiegen ihren Körper stereotyp hin und her (Sneddon, 2003).
Diese Studie ist weiteres Mosaiksteinchen in der Schmerzforschung zu Fischen. Forellen sind vorsichtige Tiere. Doch eine schmerzhafte Behandlung mit Essigsäure liess Forellen unvorsichtiger werden. Erhielten sie Schmerzmittel, wurden sie wieder mutiger. Dieses Verhalten ist ein deutlicher Hinweis, dass die Forellen den Schmerz empfanden (Sneddon et al, 2003).
Anatomische und elektrophysiologische Analysen eines wichtigen Kopfnervs zeigen, dass Fische über Rezeptoren verfügen, die auf schädliche Reize reagieren (Sneddon, 2002).
Das Gruppenleben bringt Vorteile fürs Überleben. Bei Zebrafischen scheint nicht nur die Grösse der Gruppe eine Rolle zu spielen, sondern auch deren Aktivität (Pritchard et al, 2001).
In einer Studie an Zebrafischen (Danio rerio) wurde untersucht, ob diese Art eine natürliche Präferenz für eine dunkle oder helle Umgebung hat (Serra et al, 1999).
Eine gute Strukturierung des Aquariums kann dazu führen, dass es für die ansässigen Fische schwieriger wird, Ressourcen (Territorium, Futter) zu verteidigen. Dies unter anderem, weil die Fische einander weniger gut sehen und somit das Verhalten weniger ausgelöst wird (Basquill & Grant, 1998).
Häufig wird die Haltung von Tieren den Vorstellungen der Halterinnen und Halter angepasst. Dadurch entstehen Fehlinterpretationen des Verhaltens. Aggressionsverhalten ist ein natürliches Verhalten, das beispielsweise im Zusammenhang mit der Fortpflanzung auftritt. Es kann aber durch eine falsche Haltung abnorme Formen annehmen. Kampffische werden dafür mit Einzelhaltung bestraft. Das muss nicht sein (Bronstein,1981).
Tropische und subtropische Flüsse beherbergen eine Vielzahl von Fischarten, darunter viele Arten, die gerne als Aquarienfische in Heimaquarien gehalten werden. Da die Kenntnisse über die Biologie der Fische zentral sind für eine artgerechte Haltung, sind Studien aus dem Freiland besonders wertvoll (Desilva et al, 1976, 1976, 1993).
Die künstliche Auswahl bei Kampffischen hat im Vergleich zur Wildform zu aggressiveren Formen geführt. Dennoch kann man sie in Gruppen halten, wenn man ihnen die richtige Umgebung schafft (Goldstein, 1975).