Diese Rubrik liefert spannende und überraschende Fakten zu Fischen in Kurzform. Die Beiträge veröffentlichen wir primär in den sozialen Medien. Wer mehr wissen will, kommt via die Links zu den Hintergrundinformationen.
Guppys erkennen sich gegenseitig am Gesicht
Beim Guppy sind durch Zucht sehr viele Farbvarianten entstanden, die eine sehr variable Färbung am Körper und den Flossen aufweisen. Allerdings bleiben bei allen Zuchtformen die metallisch silbrigen Flecken auf den Kiemendeckeln hinter dem Auge erhalten. Man kann davon ausgehen, dass diese Flecken individuell ausgeprägt sind, denn die kleinen quirligen Fische erkennen einander an diesem Merkmal.
Papageienbuntbarsch - eine fragwürdige Zuchtform
Papageienbuntbarsche sind Zuchthybriden und stellen eine extreme Zuchtform dar. Sie leiden unter starker Beeinträchtigung der Nahrungsaufnahme, weil sie das Maul weder richtig öffnen, noch ganz schliessen können. Auch die Fortbewegung, die Atemfähigkeit und das Sexual- oder Brutpflegeverhalten sind beeinträchtigt.
Warum hat der Malawi-Buntbarsch so dicke Backen?
Weil er seinen Nachwuchs im Maul ausbrütet. Das Maulbrüten kommt bei vielen ostafrikanischen Buntbarscharten vor. Es stellt eine weit entwickelte Form der Brutpflege dar. Die Fische nehmen die Eier ins Maul auf, wo sie diese dann ausbrüten.
Ein Leben in Zeitlupe
Der imposante Grönlandhai (Somniosus microcephalus) ist ein Rekordhalter der speziellen Art. Er erreicht eine beachtliche Grösse von 4 bis 5 Meter. Doch so richtig beeindruckend ist seine Lebenserwartung: Er soll bis zu 500 Jahre alt werden und ist damit das Wirbeltier mit der längsten Lebensdauer! Er schwimmt sehr sehr langsam, dafür taucht er bis zu 2'900 Meter tief.
Wie alt werden Diskus?
Diskus können in der Aquarienhaltung bis zu 18 Jahre alt werden. Wildlebende Diskus leben vermutlich weniger lang. Von vielen Fischarten ist nicht bekannt, welches Alter sie erreichen können. Wie alt Fische in der Aquarienhaltung werden, ist sehr unterschiedlich und hängt auch von den Haltungsbedingungen ab. Diskus sind empfindliche Fische, die viel Aufmerksamkeit brauchen.
Der Grösste und der Kleinste
Der grösste Fisch ist der Wahlhai. Er soll über 18 Meter lang werden. Der auch als "sanfte Riese" bezeichnete Hai ernährt sich vor allem von Plankton, indem er Wasser ansaugt und durch die Kiemen filtert. Der kleinste Fisch der Welt, ein Weibchen der Art Paedocypris progenetica, misst gerade mal knapp 8 Millimeter! Sie kommt nur in den Torfwäldern der indonesischen Inseln Borneo, Sumatra und Bintan vor. Beide Arten sind gemäss der Roten Liste der IUCN gefährdet.
Aufzucht von Jungfischen
Die Umweltbedingungen haben einen nicht zu unterschätzenden Einfluss auf das Verhalten von Tieren und insbesondere auf die Entwicklung von Jungtieren. Gerade bei Fischen sind jedoch die Bedingungen bei der Aufzucht oft sehr karg. Dadurch fehlen wichtige Impulse, die Verhalten auslösen und die Nervenbildung stimulieren können.
Der schwerste Knochenfisch der Welt
Mondfische (Molidae) sind Giganten. Das schwerste bisher untersuchte Individuum wurde als Mola alexandrini identifiziert und wog sage und schreibe 2,744 Tonnen. Es war 3.25 Meter lang und 3.59 Meter breit.
Farbvarianten beim Diskus
Diskusfische werden hauptsächlich in Südostasien für den Handel gezüchtet. Es soll mindestens 69 Varietäten geben, die sich in Farbe und Form unterscheiden, und es kommen immer weitere dazu. Einige Formen haben kein Streifenmuster mehr, das für wilde Diskus typisch ist und an dem sich die Individuen gegenseitig erkennen, insbesondere am seitlichen Kopfmuster.
Fische können Menschen unterscheiden
Fische erkennen nicht nur, ob es sich beim Gegenüber um einen Artgenossen oder Angehörigen einer anderen Fischart handelt, sondern können auch Menschen unterscheiden. Diese Fähigkeit hat man in Laboruntersuchungen bei Schützenfischen und Zebrafischen nachgewiesen. Besonders wertvoll ist, wenn dieser Nachweis bei wildlebenden Fischen gelingt: So unterscheiden Meerbrassen zwischen Taucher:innen, wenn diese unterschiedliche Tauchausrüstungen tragen.
Säugetierähnliches Brutpflegeverhalten
Diskusfische zeigen ein spezielles Brutpflegeverhalten, das an Säugetiere erinnert, die ihren Nachwuchs mit Milch versorgen: Beide Elternteile sondern aktiv einen Hautschleim ab, den die frisch geschlüpften Larven abweiden. Die Jungfische brauchen diese Nahrung zwingend für ihre Entwicklung, denn er enthählt u.a. essentielle Aminosäuren, Antikörper, Mikroorganismen und Hormone.
Der Medaka
Der Medaka wird häufig als Aquarienfisch gehalten, aber auch in der Tierversuchsforschung eingesetzt. Er hat ein friedliches Wesen und kann sich an verschiedene Wasserbedingungen anpassen. Dennoch braucht auch er eine sorgfältige Pflege. Trotz der langjährigen Verwendung des Medakas in zahlreichen biologischen Forschungsgebieten gibt es nur wenige Studien zu seinem natürlichen Verhalten und zu seiner Ökologie.
Wovon ernähren sich Diskusfische?
In den Heimgewässern der Diskusfische im Amazonasgebiet hängt das Nahrungsangebot von der Saison ab. Während der Hochwassersaison ernähren sich Diskusfische vorwiegend von Algenaufwuchs, organischen Abbauprodukten und Pflanzenteilen (Blätter, Blüten, Früchte, Samen), während der Tiefwassersaison hingegen dominieren kleine Wirbellose (z.B. Krebschen, Mückenlarven). Diskus haben einen kleinen Magen und einen langen Darm, was typisch ist für Buntbarsche, die sich von überwiegend pflanzlicher Kost ernähren.
Wie atmen Makropoden?
Der Makropode (Macropodus opercularis) gehört zu den Labyrinthfischen (Anabantoidae). Ihr Name stammt vom Labyrinthorgan, dank dem diese Fische in sauerstoffarmen Gewässern überleben können. Unter solchen Bedingungen versorgen sie sich mit atmosphärischem Sauerstoff, indem sie mit dem Maul Luft aufnehmen. Diese wird ins Labyrinthorgan gedrückt, wo der in der Luft enthaltene Sauerstoff aufgenommen und dem Organismus zugeführt wird.
Flossensauger: Nomen est omen
Die Flossensauger (Gastromyzontidae) sind in vielen Belangen spezielle Fische. Sie leben bodenorientiert und sind mit ihrem Körperbau gut an strömungsreiche Gewässer angepasst. Die vergrösserten Brust- und Bauchflossen dienen ihnen wie Saugnäpfe dazu, sich am Untergrund festzuhalten. Mund und Kiemen liegen auf der Körperunterseite. Die Augen sitzen hingegen auf der Kopfoberseite. Die Augenhöhlen ragen etwas aus dem Kopf heraus, so dass die Fische auch zur Seite schauen können.