Das ursprüngliche natürliche Verbreitungsgebiet der Guppys ist Nordbrasilien, Guyana, Surinam, Venezuela, Trinidad, Tobago. Heute kommen Guppys weltweit vor, denn sie wurden in vielen Ländern zur Moskitobekämpfung angesiedelt, aber auch als „Faunenbereicherung“ ausgesetzt, durch den globalen Schiffsverkehr (Ballastwasser) verschleppt, als Überschuss von Züchtern ins Freiland „entsorgt“, oder sie entwischen aus Zuchtanlagen. Der populäre Name "Millionenfisch" deutet auf die lokal teilweise enorme Häufigkeit von Guppys hin.
Gesichtsmuster wichtig für das gegenseitige Erkennen
Die Zuchtform Neon Tuxedo weist gegenüber der Wildform eine stark veränderte Körperfärbung auf. Ein Fotovergleich hat allerdings ergeben, dass bei allen Zuchtformen der Guppys die metallisch silbrigen Flecken auf den Kiemendeckeln hinter dem Auge erhalten bleiben. Wie in einer Studie zum gegenseitigen Erkennen nachgewiesen wurde, erkennen männliche Guppys ihre Artgenossen an diesem Gesichtsmuster, die Körperfärbung hingegen hat keinen Einfluss darauf. Sie können sich also trotz der starken farblichen Veränderungen bei der Körperfarbe weiterhin individuell erkennen. Das Gesichtsmuster der Guppys scheint demnach durch die Zucht nicht beeinflusst zu werden. Daher vermuten die Autoren, dass die Körper- und Gesichtsfärbung eine unterschiedliche genetische Vererbung aufweisen.
Guppys in der Aquarienhaltung
Guppys sind sehr fruchtbar. Die Weibchen pflanzen sich bereits im Alter von 10 bis 20 Wochen zum ersten Mal fort. Sie paaren sich jeweils mit mehreren Männchen und können pro Jahr mehrere Male Nachwuchs haben. Daher kann im Aquarium die Vermehrungsfreudigkeit der Guppys sehr schnell zu einem Überbesatz führen, wodurch die Wasserqualität abnimmt und damit das Wohl der Fische leidet.
Artenportrait mit weiteren Angaben zur Biologie und Anregungen zur Haltung.
Guppys mögen dicht bewachsene Aquarien.
Zusammenfassung von Studien und Artikel zum Guppy in der Bibliothek
Guppys fühlen sich abwechslungsreich eingerichteten Aquarien wohler
Angereicherte Bedingungen lösen diverseres Verhalten aus und wirken Stress entgegen (Manenti et al. 2025).