Ceylonbare - Pethia cumingii

Ceylonbarbe

Pethia cumingii

Ceylonbarben sind eher kleinere Barben und leben in Gruppen. Sie sind lebhaft und schwimmfreudig. Die Mönnchen werden während der Fortpflanzungszeit territorial. Das Aquarium muss also gut strukturiert sein.

Es gibt Aquarienfischarten, die sehr spezielle Bedingungen benötigen (z.B. Brackwasser), andere wiederum tolerieren eine grössere Bandbreite an Haltungsbedingungen. Auch wenn Barben zu den letzteren gehören und gemeinhin als sogenannte "Anfängerfische" gelten: Auch Barben benötigen die sorgfältige Pflege eines gut informierten Tierhalters!

Sozialstruktur: Ceylonbarben sind gruppenlebend und sollten in gemischtgeschlechtlichen Gruppen gehalten werden. Aber aufgepasst, geschlechtsreife Barben können durchaus territorial oder dominant gegenüber ihren Artgenossen werden.

Gestaltung: Aufgrund der Sozialstruktur sollten Ceylonbarben in gut strukturierten Aquarien gehalten werden, die reichlich Schwimmraum bieten und stellenweise dichte Vegetation aufweisen. Eine Möglichkeit ist das Aquarium in Kompartimente zu unterteilen, die unterschiedlich gestaltet werden. So kann man den Fischen eine Umwelt mit vielen Reizen sowie Ausweichmöglichkeiten bei sozialen Interaktionen anbieten.

Bodengrund: Ceylonbarben sind unter anderem Gründler und suchen im Bodengrund nach Nahrung. Das heisst, sie wühlen den Boden auf, was zu leichter Trübung des Aquarienwassers führen kann. Trotzdem sollte immer etwas Mulm am Boden vorhanden sein, in dem sie wühlen können.

Fütterung: Wild lebende Barben sind viel und lange mit der Futtersuche beschäftigt. Daher sollte man die tägliche Futterration auf den Tag verteilt anbieten.

Bepflanzung: Ceylonbarben beknabbern gerne Pflanzen. Eine gewisse Toleranz bei der Pflanzenpflege ist also angesagt.

Wasserwerte: eher weiches und eher saures Wasser, Gesamthärte 5 - 12 dGH, Temperatur 22° - 26°C, pH: 6.0 - 7.

Wasserwechsel: Ein Wasserwechsel in kleineren Aquarien sollte wöchentlich erfolgen.

Weitere Informationen: SDAT Börsenmerkblatt

 

 

Taxonomie

Barben gehören zur Familie der Karpfenfische (Cyprinidae). Die Gattung Puntius, die uns hier interessiert umfasst ca. 120 beschriebene Arten, wobei es noch immer Unsicherheiten bezüglich der Einteilung gibt. Neuere Untersuchungen ergaben, dass die Südasiatische Gattung Puntius in weitere Gattungen aufgeteilt werden müssen. Die hier behandelten Barbenarten werden neu folgendermassen eingeteilt:

  • Gattung Puntius: P. bimaculatus (Zweifleckbarbe), P. titteya (Bitterlingsbarbe)
  • Gattung Pethia: P. cumingii (Ceylonbarbe), P. nigrofasciatus (Purpurkopfbarbe
  • Gattung Puntigrus: P. tetrazona (Sumatrabarbe)

Merkmale

Die Ceylonbarbe schimmert silbrig und goldgelb. Auf jeder Körperseite trägt sie zwei rautenförmige Flecken. Die Weibchen sind etwas fülliger und etwas weniger kräftig gefärbt als die Männchen .

Verbreitung

Barben kommen in den tropischen und subtropischen Regionen Afrikas und vor allem Asiens vor. In Europa sind die Barben mit ca. 20 Arten vertreten, z.B. der Flussbarbe (Barbus barbus). Die Arten, die als Aquarienfische gehalten werden, stammen meist aus Süd- und Südostasien.

Die Ceylonbarbe kommen in Gewässern der Feuchtgebiete und der hügeligen Zone Sri Lankas vor. Ihr Vorkommen ist endemisch.

Die Ceylonbarben lebt im gleichen Lebensraum wie die Purpurprachtbarbe. Zwar findet man beide Arten in denselben Gewässern, sie vermischen sich jedoch nicht. Auf diese Art können sie Konkurrenz bei der Futtersuche (ähnliche Nahrung) und der Fortpflanzung (räumliche Konkurrenz) vermeiden.

Der Lebensraum der Ceylonbarben sind Waldflüsse, mäandrierende Flüsschen und Nebenflüsschen mit klarem Wasser. Bevorzugte Aufenthaltsorte sind strukturierte, geschützte, relativ flache Bereich, wo die Strömung schwach ist. Sie halten sich eher in der Mitte der Gewässer auf. Der Bodengrund ist sandig und steinig. Die Steine können mit Algen bewachsen sein, sonst ist meist keine aquatische Vegetation vorhanden. Die Ufer weisen etwas Vegetation auf.

Die Fische verstecken sich bei Störungen unter Steinen und überhängenden Uferabschnitten. Die saisonalen Regenfälle haben wenig Einfluss auf Wasserstand. Das Wasser ist klar und nährstoffarm. In diesem Habitat kommen nur wenige andere Fischarten vor, so zum Beispiel Puntius dorsalis, Rasbora daniconius oder Belontia signata.

Die Laichplätze befinden sich an speziell flachen, sonnigen Stellen entlang des Flussufers, die abgeschirmt sind durch Steine, Felsbrocken, Holz oder eine Sandbank. Der Bodengrund ist sandig, kiesig, Strukturierung bieten Äste, Holz durchsetzt und Vegetation (Aponogeton rigidifolius, Blyxa sp.)

Feinde sind: Eisvögel, Schlangen, Halbhechte (Xenetodon cancila).

Ceylonbarben sind hauptsächlich Pflanzenfresser (Herbivoren). Ihre Nahrung besteht v.a. aus Kieselalgen und Detritus (zerfallende, organische Substanz), weiter aus Grünalgen, Cyanobakterien, Kleinstorganismen wie Wasserflöhe, Wimpertierchen, Reste von Krebstierchen und Sand. Der Anteil Kieselalgen an der Nahrungszusammensetzung steigt mit zunehmender Grösse der Fische, während der Anteil Detritus, Grünalgen und Cyanobakterien sinkt.

Die Nahrung suchen sich die Fische in der Bodenzone des Gewässers (Benthos) durch Gründeln im Sand. Kleine Nahrungsstücke werden vom Boden und von senkrecht stehendem Substrat, teilweise auch aus der Wassersäule aufgepickt, wobei die Ceylonbarbe dies häufiger macht. Weiter knabbern sie Algenbeläge ab.

Ceylonbarben leben in Gruppen. Nach Futter suchen sie in losen Gruppen oder auch alleine. Sie werden geschlechtsreif, wenn sie 50% ihrer Körpergrösse erreicht haben.

Fortpflanzungsverhalten der Ceylonbarbe

Im Freiland wurde schon beobachtet, dass Purpurkopfbarben die Ceylonbarben während des Balzens störten. Diese Konkurrenz um Laichplätze wie auch die Konurrenz um Nahrung und Aufenthaltsorte könnte ein Grund sein, warum die beiden Arten in unterschiedlichen Bereichen desselben Lebensraums aufhalten.

Die Männchen der Ceylonbarben sind territoral und verhalten sich aggressiv gegenüber Artgenossen.

Die Ceylonbarben laichen in Nebengewässern ab. Hier finden sie in den überfluteten Bereichen, wenn sich der Wasserstand bereits wieder senkt, geeignete Laichplätze.

Ceylonbarben laichen zu unregelmässigen Tageszeiten ab, was darauf hindeutet, dass sie zu einem gewissen Grad abhängig vom Wasserstand sind. Die Fortpflanzung scheint saisonal zu sein.

Die nicht territorialen Männchen der Ceylonbarben wehren Konkurrenten ab, wobei sie von den grösseren Weibchen unterstützt werden. Die geschlüpten Larven bleiben vorerst an den Laichplätzen und schwimmen hier in Einbuchtungen und Tümpeln unter überhängender Vegetation herum.

Literatur

De Silva, K. H. G. M., & Somarathna, R. M. D. (1993). Food Selection of Two Co-Occurring Carplets Barbus Cumingi and Barbus Nigrofasciatus (Osteichthyes, Cyprinidae) in a Mountain Stream of Sri Lanka. Netherlands Journal Of Zoology, 43, 296-305. (abstract)
Schut, J., Desilva, S. S., & Kortmulder, pet fish. (1984). Habitat, associations and competition of 8 Barbus (=Puntius) species (Pisces, Cyprinidae) indigenous to Sri-Lanka. Netherlands Journal Of Zoology, 34, 159-181.
Kortmulder, K., Feldbrugge, E. J., & De Silva, S. S. (1978). A combined field study of Barbus (= Puntius) nigrofasciatus Günther (Pisces, Cyprinidae) and water chemistry of its habitat in Sri Lanka. Netherlands Journal Of Zoology, 28, 111-131.
De Silva, S. S., Kortmulder, K., & Wijeyaratne, M. J. S. (1977). A comparative study of food and feeding habits fo. Netherlands Journal Of Zoology, 27, 253-263.
Kortmulder, K. (1972). A Comparative Study in Colour Patterns and Behaviour in Seven Asiatic Barbus Species (Cyprinidae, Ostariophysi, Osteichthyes): A Progress Report. Behaviour. Supplement, III 1-331. (abstract)